Theaterstück zeigt Maschen von Telefonbetrügern

Immer öfter hört und liest man von Ihnen: Trickbetrüger, die sich via Telefonanrufen oder WhatsApp-Nachrichten bei zumeist älteren Menschen melden und diese mit hinterhältigen Maschen aufs Glatteis führen. Auch die Polizei warnt vor den immer häufiger auftretenden Anrufern.

In Ubstadt-Weiher ist man gewillt, es den Betrügern nicht so leicht zu machen. Das zeigen die Besucherzahlen bei einem von der Gemeinde organisierten Theaterstück zum sogenannten Enkeltrick im Kelterhaus in Ubstadt vergangene Woche. Über 60 Senioren hatten sich in der Kelter eingefunden. Dazu kamen noch Mitglieder des evangelischen Seniorenkreises, des Forums Älter werden und des Arbeitskreises 60 plus, die das Theaterstück in enger Zusammenarbeit nach Ubstadt gebracht hatten. Initiiert wurde das Theaterstück von der Sparkasse Kraichgau-Stiftung und der Polizei Baden-Württemberg. Pia Jäger von der Sparkassenstiftung und Peter Walz von der Sparkasse Kraichgau waren ebenso anwesend wie Marc Bolz, seines Zeichens Polizeipostenleiter in Ubstadt-Weiher und seine Kollegen Remigius Kraus und Thomas Gack vom Polizeipräsidium Karlsruhe Abteilung Prävention.
Werner Mast und Paul Mejzlik, eigentlich ebenfalls langjährige Polizeibeamte, spielten als gutgläubiger schwäbischer Großvater und mit allen Wassern gewaschener Telefonbetrüger verschiedene Szenarien realistisch und gleichzeitig unterhaltsam durch. Da wäre zum einen der bekannte Enkeltrick, bei dem sich der Anrufer als naher Verwandter, oftmals Enkel mit plötzlichen Geldproblemen, ausgibt. Zum anderen geben sich die Betrüger mittlerweile auch immer öfter als Polizist, Staatsanwalt oder Arzt aus, um vorzutäuschen, dass sich eine geliebte Person in einer schlimmen Situation befinde und umgehend Geld für beispielsweise eine Kautionszahlung bräuchte. Diese Betrugsmasche ist unter dem Namen „Schockanrufe“ bekannt geworden. „All diese Szenarien sind im Grunde zwar unrealistisch, die Betrüger spielen aber mit der Angst der Betroffenen und nutzen den Schock und den dadurch oftmals entstehenden „Tunnelblick“ schamlos aus“, macht Remigius Kraus deutlich. Nicht selten erbeuten die Betrüger dabei hohe Geldbeträge im fünfstelligen Bereich oder wertvollen Schmuck, der als vermeintliches Pfand abgegeben wird. „Wichtig ist es, mit anderen Menschen über verdächtige Anrufe zu sprechen. Egal ob beispielsweise mit Bankangestellten, der richtigen Polizei oder Familienangehörigen. Mit jemand anderem zu sprechen, schärft die Sinne wieder. Es verhindert, dass es den Betrügern gelingt, das Opfer am Telefon zu isolieren“, so Peter Walz, der auch darauf hinweist, dass die Sparkassenmitarbeiterinnen und –Mitarbeiter besonders geschult seien und ein Betrug dadurch oft verhindert werden könne. Die Polizei empfiehlt bei verdächtigen Anrufen immer die zuständige Einsatzstelle zu kontaktieren, auch wenn Sie bereits Opfer eines Telefonbetrugs geworden sind. Nur so kann den Betrugsnetzwerken das Handwerk gelegt werden.