Martinikerwe in Zeutern und Ubstadt

Die warmen Temperaturen, mit denen wir in diesem Herbst bislang verwöhnt wurden, sind zwischenzeitlich Geschichte. Am Sonntagnachmittag waren es nur noch etwa 10 Grad in der Ortsmitte des kleinen Weindorfes Zeutern. Weiß kondensiert der Atem über den Köpfen der mehreren hundert Gäste, die es zu diesem Anlass auf den Oberdorfplatz gezogen hat. Frieren musste denn noch niemand, das ist auf der traditionellen Martinikerwe auch kaum möglich. Schließlich bringt man sich hier bereits um 16 Uhr tanzend auf Betriebstemperatur, wenn die Guggenmusik der "Weihermer Schneckenschleimer" zu ihrer alljährlichen Saison-Eröffnung ertönt. Mit mitreißenden Partykrachern zog die bunt kostümierte Truppe - schon von weitem hörbar - auf den langgezogenen Oberdorfplatz ein und schafft es dabei jedes mal zuverlässig die Menschen zum Tanzen zu animieren.

Als am Abend die Temperaturen dann endgültig im einstelligen Bereich angekommen sind, bleibt die Stimmung in Zeutern weiter mollig warm. Dafür sorgen auch die deftigen Speisen aus den Vereinsküchen und nicht zuletzt der eine oder andere Becher Glühwein. Unzählige Ehrenamtler haben sich auch dieses Jahr wieder nicht lumpen lassen, um ein großes und breit gefächertes Angebot für die Gäste der Kerwe auf die Beine zu stellen. Vertreten waren die Damen und Herren der Freiwilligen Feuerwehr, des Umzugskomitees „Zeidama Fastnacht“, des Musikvereins und des Schützenvereins. Selbstredend gaben sich auch wieder die Woischlaich & Friends, das DRK Zeutern, der Hundesportverein Ubstadt-Weiher, die FairPlayFans und der SV Zeutern die Ehre. Das ist eben Zeutern, der Zusammenhalt der Menschen und das Vereinsleben funktionieren hier wie kaum in einer anderen Gemeinde. Diese positive Grundstimmung spürt man sofort, sie ist sicherlich einer der Gründe, wieso die kleine Kerwe jedes Jahr - völlig unabhängig vom Wetter - großen Anklang findet. Schon am späten Nachmittag ist hier kaum noch ein Plätzchen auszumachen. 

Doch das stört in Zeutern niemanden. Auch im Stehen lässt es sich schließlich vortrefflich miteinander plaudern und zudem hat man ja zwei Hände. Die eine für eine heiße Tasse Glühwein, die andere für eine Bratwurst.. Jonglieren, das können die Zeidama eben auch.

Währenddessen wurde auch in Ubstadt reichlich miteinander gesprochen, vielmehr fleißig gefeilscht. Auf dem traditionellen Floh- und Trödelmarkt in der Sport- und Kulturhalle trafen sich Händler und umtriebige Besucher, um das ein oder andere Familienerbstück seinem neuen Besitzer zu vermachen oder ein Schnäppchen zu ergattern. In Ubstadt hat der Floh- und Trödelmarkt am Kerwewochenende Tradition, hier wurde schon gefeilscht, lange bevor es durch eine bekannte TV-Sendung wieder populär gemacht wurde.