Mannheim Brass begeisterte in Stettfeld

S. Müller-Wolff

Lange schon hatten das die Mitarbeiter des Ubstadt-Weiherer Kulturkreises nicht mehr erlebt: eine lange Warteschlange an der Abendkasse. Pandemiebedingt musste das Konzert des renommierten Bläserquintetts „Mannheim Brass“ um zwei Jahre verschoben werden und die Musiker freuten sich, nun endlich und ohne größere Einschränkungen in der Stettfelder Marcelluskirche spielen zu können.

Die fünf Musiker erobern sich neben Ihrer Orchester- und Lehrtätigkeit die faszinierende Welt der Blechbläserkammermusik. Klaus Bräker ist Professor an der Hochschule für Musik, Reimer Kühn Solohornist des Staatsorchesters Stuttgart, Matthias Gromer lehrt als Professor für Posaune an der Robert Schumann Hochsule Düsseldorf, Wolfram Lauel ist Solotrompeter der Badischen Staatskapelle Karlsruhe und Stefan Kühndorf Solotubist der Staatsoper Stuttgart. Die Lebensläufe der Musiker ähneln sich: Beginn in frühester Jugend, erfolgreiche Wettbewerbe, Studien bei den Großen der Welt, Orchester- und Solistenerfahrungen, Meisterkurse, Lehraufträge.
Charmant führte Matthias Gromer durch das Programm, das von Bachs Concerto „Geist und Seele“, über Dvoraks „Böhmische Suite“, Crespos Suite Americana, der Ouverture to „Funny Face“ von Gershwin, einem Tango von Piazolla und schließlich eine moderne Version von Romeo und Julia, Bernstein‘s „West Side Story“ reichte. Er hatte kleine Anekdoten aus dem Komponistenleben oder über die Entstehung der Stücke parat, die dem Ohr eine kleine Verschnaufpause von der Klangfülle gönnten. Gromer hatte viele der Stücke für eben dieses Quintett arrangiert.
Ein tosender Applaus ging auf die fünf Musiker herab, die schließlich ihre Zuhörer mit einer weiteren Zugabe aus der West Side Story belohnten.